In dieser Rubrik untersucht der Volkslehrer Druckerzeugnisse. Manchmal betrachtet er ganze Magazine oder Zeitungen, manchmal nur einzelne Beiträge. Er hat diese vorbereitend gelesen und oftmals schon die Stellen markiert, über die er sprechen möchte. In anderen Fällen markiert er während er entsprechende Stellen vorliest. Dabei achtet er verschärft auch Begriffe wie „wir“ und stellt infrage, wer denn dieses wir ist. Von besonderem Interesse sind für ihn Themen, die er auch sonst in seinen Videos aufgreift wie z.B. Klimawandel, Flüchtlingspolitik und Linke/Rechte Gewalt. Auffällig ist, dass er bei Abbildungen von Personen häufig dicht ihre Gesichter abfilmt und ihre Gesichtsausdrücke bewertet oder sie direkt anspricht. Es ist ihm wichtig durch seine Kommentare seine Sicht der Dinge auszusprechen, die er durch die Medien nicht repräsentiert sieht.

Im Folgenden soll an fünf Beispielen exemplarisch gezeigt werden, wie die Videos in dieser Kategorie aufgebaut sind:

„Boa ey! Ein Fußballer präsentiert das neue Deutschland | BLATTKRITIK“

Am 06.01.2019 veröffentlicht, 31:04 Minuten, ca. 40.000 Aufrufe, ca. 1300 Kommentare
(Stand: März 2019)

Besprechung des Lifestyle-Magazins „BOA“ von Jerome Boateng:

„Das ist so fein, das wollte ich euch mal vorstellen. (…) Es geht um eine Frage, die auch uns immer wieder beschäftigt: Was ist Deutschland? Wer ist Deutsch? Und in diesem Magazin da möchte Jerome Boateng eine Antwort darauf geben.“

Im Verlauf des Videos wird durch das Magazin geblättert und jede Seite kommentiert mit Phrasen wie „hier wird ganz klar Gewalt verherrlicht gegen Rassisten. Das ist nicht weiter überraschend.“ (5:30) oder in einem ironischen Ton: „Friedliches, schönes Magazin, das verbindet und spaltet nicht. Super Jerome, Dankeschön dafür.“ (07:20)

Beim Vorlesen der Beiträge imitiert der Volkslehrer teilweise Akzente wie zum Beispiel den des italienischen Sportlers Santo Condorelli.

Diskutiert wird auch mehrfach die Herkunft Jerome Boatengs: „Deutsch ist der, der sich deutsch fühlt. Aber nicht nur das, sondern auch der von anderen Deutschen als deutsch erkannt wird. (…) Der Jerome, mag er sich vielleicht auch deutsch fühlen, BRD-deutsch sicherlich, er wird von anderen Deutschen aber nicht als Deutscher erkannt.“ (11:30)

Schließlich kommt der Volkslehrer zu dem Fazit:

„Deutschland ist cooler. Haha. Unser Deutschland ist aber anders als deins. Na dann, wohlan.“ (30:49)

„Die taz erkennt die Realität – und bekämpft sie | BLATTKRITIK“

Am 06.08.2018 veröffentlicht, 16:32 Minuten, ca. 36.000 Aufrufe, ca 700 Kommentare
(Stand: März 2019)

Besprechung der TAZ-Artikel:

„Hilfe, mein Kumpel wählt die AFD!“ und „Erste-Hilfe-Kurs gegen Rassismus“

Das Video soll helfen „die Augen zu öffnen, wie denn die Verhältnisse hier gerade sind“ und inspiriert habe ihn dazu die taz (1:20). Die Artikel hängen hinter dem Volkslehrer an der Wand. Zunächst bemängelt er die Titelblätter: Eines prangere deutlich die Menschen an, die „aus der Reihe tanzen“ und das andere zeige den Deutschen als „plump (…) und bisschen blöd sieht der aus (…) also das ist ein Rassist.“

Zu den Artikeln im Allgemeinen sagt er: Hier wird auch immer schön beschrieben, wie wir denn denken dürfen, um nicht mit dem vernichtenden Urteil ‚Du bist ein Rassist!“ belegt zu werden“ (02:05).

Gleich in der Überschrift des ersten taz-Artikels wird der Tipp gegeben, Argumente zu nutzen anstatt „drauf[zu]hauen“ – letzteres ist laut dem Volkslehrer „natürliche Reaktion“ der Linken. Aus dem restlichen Artikel bespricht er nur einzelne Sätze, die er zuvor mit einem farbigen Stift markiert hat. Auf der nächsten Seite entdeckt er einen Test zur der Frage „Bin ich eine gute Verbündete?“. Nachdem er alle Antwortmöglichkeiten betrachtet hat, ist das Fazit des Volkslehrers dazu ein Würgegeräusch (12:30). Auf den zweiten Taz-Artikel geht er im Folgenden nicht mehr ein. Zum Schluss ruft er dazu auf, sich nicht unterkriegen zu lassen, denn in Wahrheit sei alles ganz fantastisch und er zeigt einen Ausschnitt aus einem Video, in dem ein*e andere*r Youtuber*in lachend erzählt: „Wir nehmen Europa von den Europäern! Und sie sind zu dumm um jemals zurückzuschlagen.“

Eigenverständnis der TAZ:

unabhängige überregionale Tageszeitung, die ein- „tritt für die Verteidigung und Entwicklung der Menschenrechte und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den Mächtigen kein Gehör finden.“

 

„Wie man (sich) ein Magazin vorstellt: Willkommen in der „Krautzone“ | MAGAZINVORSTELLUNG“

Am 04.02.2018 veröffentlicht, 05:20 Minuten, ca. 14.800 Aufrufe, ca. 100 Kommentare
(Stand; März 2019)

Vorstellung des Magazins „Krautzone“ anhand zweier Ausgaben:

„Und es hieß schau doch mal rein, vielleicht gefällt es dir ja. Und ich dachte, ja schaust mal rein, vielleicht gefällt es mir ja. Ja, tatsächlich. Ich habe reingeschaut und es gefällt mir!“ (00:54).

Am ersten Heft lobt der Volkslehrer die Themenauswahl, die „bunt gemischt, ja wirklich historisch, aktuell, kritisch. Links, rechts, konservativ, libertär – alles wird mal angeschnitten“ (01:40). Besonders gefielen ihm aber die „netten Witze“ wie zum Beispiel der als „Der politisch-inkorrekte Witz“ markierte: „Was ist der Unterschied zwischen Rassismus und Asiaten? Rassismus hat viele Gesichter“, welchen der Volkslehrer deutlich schmunzelnd vorliest.

An der zweiten Ausgabe habe ihm besonders der Artikel über den Rapper „Kollegah“ gefallen, da er diesen vorher nicht kannte. Auf den Inhalt des Texts geht er dennoch nicht ein und zeigt stattdessen Bilder von Lüneburg mit „der schönen Heidelandschaft“ von der nächsten Seite. Abschließend empfiehlt der Volkslehrer die „Krautzone“, denn da stecke „nichts Böses dahinter, keine ungewollte Indoktrination. Natürlich kann man sich auch immer täuschen, ja aber das ist jetzt so mein Gefühl“ (04:50).
Eigenverständnis der Krautzone:

„Liberal-konservativer Herzblutjournalismus mit Humor, Sarkasmus und politisch inkorrektem Inhalt.“

„Unter besonderer Beobachtung: der Stern | BLATTKRITIK“

Am 10.03.2018 veröffentlicht, 13:03 Minuten, ca. 16.400 Aufrufe, ca. 300 Kommentare
(Stand: März 2019)

Besprechung eines Interviews aus dem stern:

„Herr der Krisen“

Nach einem kurzen Blick auf das Inhaltsverzeichnis und Kommentaren zu den einzelnen Themen, erklärt der Volkslehrer, dass das Interview mit dem UN Generalsekretär António Guterres, besonders interessant für ihn sei. Ein Mann, „man kennt ihn eigentlich kaum“, sagt der Volkslehrer. Anschließend blättert er kommentierend durch das Heft bis er bei dem Interview angekommen ist.

Wiederholt hält er die Kamera dicht an das Foto des Generalsekretärs und bewertet seinen Gesichtsausdruck: „Wie guckt er denn hier? Leute, schaut euch mal sein Gesicht an! Was sagt euch denn dieses Gesicht? (…) Ist der aufrecht, aufrichtig? Hm, werden wir gleich mal sehen“ (05:10). Zunächst geht es in dem Interview um den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Dazu kommentiert der Volkslehrer: „Als ob der gute Kim Jong eine Gefahr für die Welt darstellt. Das ist alles nur Show, alles nur Show!“

Zu einer Frage zum Klimawandel sagt er: „Ist das Information? Nein, das ist Panikmache!“ (07:10) Abschließend lautet das Fazit des Volkslehrers: „Schaut euch diesen Stern noch einmal an, wenn ihr ihn irgendwo findet oder auch nicht, ja ist eigentlich Mist“ (11:54).
Eigenverständnis des sterns:

Wochenmagazin ohne offizielle Aussage zur politische Ausrichtung

„Den Tagesspiegel beim Lügen ertappt“

Am 18.12.2017 veröffentlicht, 15:12 Minuten, ca. 15.000 Aufrufe, ca. 150 Kommentare

Besprechung des Artikels des Tagesspiegels:

„Einer ging zu Boden“

Diese Episode der Blattkritik ist eine persönliche Angelegenheit für den Volkslehrer. Der Artikel bespricht einen Vorfall, an dem er nach eigener Aussage beteiligt war. Er betrachtet den Beitrag unter der Fragestellung: „Wie halten sie es denn mit der Wahrheit die Lügen- oder Lückenpresse?“ (02:20). Zunächst kritisiert der Volkslehrer, dass viele Vorgänge im Passiv formuliert sind und daraus nicht hervorgehe, wer etwas getan habe.

Es geht um eine Veranstaltung zu der Lea Rosh eingeladen hat. Eine Frau, die laut dem Artikel „gegen deutsche Geschichtsvergessenheit und rechte Umtriebe“ streitet oder wie der Volkslehrer es formuliert: „Sie streitet gegen aufrechte Deutsche … eine Anti-Deutsche Agitatorin“ (03:20). Dabei filmt er ihr abgebildetes Foto und spricht Lea Rosh direkt an.

Im Artikel wird „ein Mann mit Bart, etwa 35 Jahre alt“ beschrieben, in dem der Volkslehrer sich wiedererkennt. In seinem „Realitycheck“ will er zeigen, dass die Behauptung des Artikels er habe ein Buch gezeigt, in dem „rechtsnationale Embleme abgeheftet waren“. Dazu zeigt er das entsprechende Buch, in dem Sticker eingeklebt sind, die Hakenkreuze und Fäuste zeigen und seiner Aussage nach von Linken stammen.

Weiter heißt es im Artikel, dass niemand verletzt worden sei. Auch das stimme laut dem Volkslehrer nicht und als Beweis zeigt er sein blutiges Hemd und sein kaputtes Kameraequipment.

„Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Richtig?“, fragt der Volkslehrer und filmt erneut direkt auf Lea Roshs Gesicht, „Davon hältst du nicht viel“ (10:40) Lea Rosh ist für ihn eine Feindin: „Sie kämpft gegen aufrechte, rechtschaffende Deutsche also ist sie eine Feindin der verfassungsmäßigen Ordnung“. Zusammenfassend sei der Artikel voller Lügen und man könne daran deutlich sehen: „Der Hass kommt von Links“ (13:35).
Eigenverständnis des Tagesspiegels: „Die Tagesspiegel-Gruppe steht für Qualitätsjournalismus. Der Tagesspiegel ist das Leitmedium der Hauptstadt.“